Verhalten im Sushi-Restaurant
Leseraum

Verhalten im Sushi-Restaurant

Bei Sushi-Restaurants, besonders an der Theke, haben viele Menschen das Gefühl, dass dort strenge Etikette herrscht. Doch du musst dich nicht allzu sehr verkrampfen. Was hier beschrieben wird, sind weniger feste Regeln als vielmehr Ausdruck von Rücksicht gegenüber dem Laden und den anderen Gästen. Es gibt keine einzig richtige Art von Manieren – lies es eher als eine Anregung, ein wenig darauf zu achten, dass sich alle im Raum wohlfühlen.

Mit der Hand oder mit Stäbchen — Nigirizushi darfst du sowohl mit der Hand als auch mit Stäbchen essen, beides ist in Ordnung. Ursprünglich war Sushi ein Gericht, das man mit der Hand griff, und manche sagen, mit der Hand zerfalle das Stück weniger leicht und lasse sich so besser essen. Andererseits stört es manche, sich die Hände schmutzig zu machen, und vor allem viele Frauen bevorzugen Stäbchen; heutzutage essen die meisten Menschen ohnehin mit Stäbchen. Übrigens wird bei Omakase-Menüs oft auch Temaki-Sushi (mit Nori umwickeltes Sushi, z. B. mit Uni) direkt in die Hand gereicht. In diesem Fall nimmst du es einfach mit der Hand entgegen und isst es so – du musst es nicht unbedingt mit Stäbchen entgegennehmen.

Sobald es serviert wird, möglichst bald essen — Beim Nigiri passt der Meister Temperatur und Druck des Reisballens genau auf diesen einen Bissen an. Mit der Zeit verändern sich die Wärme des Reises und das Aroma der Neta ein wenig, daher schmeckt es am besten, wenn du das Stück möglichst bald isst, sobald es vor dir liegt – das ist zugleich ein natürlicher Ausdruck von Respekt gegenüber dem, der es zubereitet hat. Vermeide es, ins Gespräch vertieft das Sushi einfach liegen zu lassen.

Rücksicht auf Gerüche — Sushi ist eine Speise, bei der man einen feinen Geschmack und ein feines Aroma genießt. Deshalb ist es ratsam, auf starkes Parfüm oder Eau de Cologne eher zu verzichten, denn das kann nicht nur den eigenen Geschmackssinn, sondern auch den der Nachbarn am Tisch beeinträchtigen. Aus demselben Grund lohnt es sich, auch bei stark duftenden Handcremes etwas achtsam zu sein. Du musst das nicht zu verbissen sehen – merk dir einfach: „Düfte lieber zurückhaltend“.

Beim Fotografieren — Es ist gut nachvollziehbar, dass man ein schönes Stück Nigiri gerne im Foto festhalten möchte, und in den meisten Läden hat man auch nichts gegen Fotos an sich. Ein paar Rücksichten sorgen aber für ein noch angenehmeres Fotografieren. Zunächst: Der Blitz stört leicht andere Gäste, verzichte also lieber darauf. Und, wie schon beim Punkt „möglichst bald essen“ erwähnt, solltest du das Sushi nicht durch langes Fotografieren zu lange liegen lassen – ein schnelles Foto ist die elegantere Lösung. Vermeide Aufnahmen, bei denen über die Theke hinweg die Hände des Meisters oder andere Gäste mit ins Bild geraten, und in Läden, bei denen du unsicher bist, frag einfach kurz: „Darf ich ein Foto machen?“ In manchen Läden ist Fotografieren generell verboten, daher lohnt es sich, das vorher zu klären.

Wie du den Meister ansprichst — An der Theke bist du dem Meister sehr nah, und auch das Gespräch gehört zum Vergnügen dazu. Trotzdem musst du dich nicht verkrampfen und unbedingt etwas Geistreiches sagen wollen. Ein einfaches „Das schmeckt gut“ oder „Was ist das für eine Neta?“ reicht völlig aus, um die Stimmung aufzulockern. Fragst du nach der Saison oder nach Empfehlungen, erklärt man dir das oft gerne ausführlich. Du musst auch keine Fachbegriffe benutzen – wer offen fragt, was er nicht weiß, kommt eher gut an.

Wenn es Neta gibt, die du nicht essen kannst — Ob Abneigungen, Allergien oder einfach eine Zurückhaltung bei Rohem – die Gründe sind von Mensch zu Mensch verschieden. In solchen Fällen ist es am besten, es ohne Zögern früh zu sagen. In einem Omakase-Laden reicht es, gleich beim Platznehmen zu sagen: „Ich mag keine Muscheln“ oder „Bitte ohne Wasabi“ – der Meister tauscht dann problemlos gegen eine andere Neta. Gerade bei Allergien handelt es sich um etwas anderes als reinen Geschmack, daher hilft ein klares Wort beiden Seiten. Es ist deutlich eleganter, kurz Bescheid zu geben, als etwas schweigend übrig zu lassen.

← Leseraum

Was wird dein nächstes Stück?

Die App ist kostenlos.

Laden im App Store