Was ist eigentlich „Gari"?
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Was ist eigentlich „Gari"?

In praktisch jedem Sushi-Restaurant wird er wie selbstverständlich mitserviert: in süßem Essig eingelegter Ingwer. In Japan nennt man ihn „Gari". Er ist kein Sushi-Belag, aber ein unverzichtbarer Nebendarsteller der Sushi-Welt. Der Name soll vom „gari-gari" kommen — dem knirschenden Geräusch beim Hineinbeißen.

Seine Aufgabe ist die Gaumenreinigung zwischen den Happen. Ein kleiner Bissen nach einem fetten Stück setzt den Mund angenehm zurück, und man empfängt das nächste Stück mit frischen Sinnen. Ingwer wirkt zudem antibakteriell — in der Edo-Zeit, als es noch keine Kühlung gab, beugte er beim Verzehr von rohem Fisch auch Lebensmittelvergiftungen vor.

Fast überall kommt Ingwer zum Einsatz, doch vor einigen Jahren sorgte die große Laufband-Sushi-Kette Kura Sushi für Aufsehen, als sie stattdessen „Gari-Daikon" einführte — in süßem Essig eingelegten Rettich. Erwachsene, die bei Gari immer an Ingwer gedacht hatten, waren irritiert; da er aber nicht scharf ist, kommt er bei Kindern offenbar gut an. Ob sich Gari weiterentwickelt? Ein Nebendarsteller, gewiss — aber einer, den man im Auge behalten sollte.

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